Schwerelos ins Herz des Publikums

Giselle begeistert an der Scala mit einem neuen Traumpaar in den Hauptrollen
Mailand, , Eva Muzio

Auf dem Spielplan der Mailänder Scala steht in diesem Herbst das romantischste aller Ballette: Giselle in der Originalchoreografie von Jean Coralli und Jules Perrot, mit der Musik von Adolphe Adam. Die Beliebtheit und die Magie dieses Balletts sind in Mailand eng mit dem Namen Carla Fracci verbunden. Sie gelangte durch ihre legendäre Schwerelosigkeit zu internationaler Berühmtheit und verhalf dem Ballett zu Weltruhm.

In den zehn Vorstellungen dieser Spielzeit treten alle Spitzentänzer der Scala abwechselnd auf. Den Anfang macht Nicoletta Manni mit ihrem Mann Timofej Andrijashenko, ein Paar im Leben wie auf der Bühne. Den Abschluss bilden Alice Mariani und ihr australischer Partner Navrin Turnbull, beide zum ersten Mal in den Hauptrollen Giselle und Albrecht. Über den rasanten Aufstieg des Australiers zum Ersten Solotänzer am Teatro alla Scala wurde an dieser Stelle bereits berichtet.

Auch in diesem Jahr hat Giselle nichts von ihrer Anziehungskraft verloren: Alle Vorstellungen sind ausverkauft. Dazu haben sicher auch das schöne Bühnenbild und das außerordentliche Können der Tänzer beigetragen. Navrin Turnbull beeindruckt als Albrecht durch sein elegantes Auftreten und seine kraftvollen Sprünge, Alice Mariani überzeugt als ausdrucksstarke Giselle. Die beiden sind technisch wie künstlerisch zu einer harmonischen Einheit zusammengewachsen, und das Publikum belohnt sie immer wieder mit lebhaftem Szenenapplaus.

Auch das Corps de Ballet unter der Leitung von Frédéric Olivieri umrahmt die Handlung perfekt.

Mit Spannung erwartet das Mailänder Publikum nun die Neufassung des Balletts im März 2027. Akram Khan verlegt die Handlung in seiner Choreografie in eine verfallene Fabrik, die von Migranten besetzt ist.

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