Triumph der Stimmen, Trümmer der Regie

Bei den Salzburger Festspielen brillieren die Sänger – doch Inszenierungen und Dirigate bleiben oft hinter ihnen zurück
Salzburg, , Christian Gohlke
Seitdem Markus Hinterhäuser nicht mehr Intendant der Salzburger Festspiele ist – die Gründe seiner Entlassung werden wohl immer im Halbdunkel bleiben –, wird er in den Feuilletons geradezu wie ein Gott gefeiert: Künstlerisch wie finanziell habe er die Festspiele „außerordentlich erfolgreich“ geleitet, liest man da immer wieder. Dass gerade die letzten Jahre recht schwach gewesen sind – erinnert sei an einen horriblen „Figaro“, inszeniert von Martin Kusej, oder an Marthalers schauderhaften „Falstaff“ –, scheint vollkommen vergessen zu sein.Wahr ist immerhin, dass das Programm dieses Sommers, das noch von ihm konzipiert wurde, außergewöhnlich reichhaltig geraten ist. Gelungen ist dabei natürlich auch nicht alles, und manchmal drängt sich beinahe der Verdacht auf, die Festspiele wollten für konzertante oder semikonzertante Opernaufführungen werben, indem sie exemplarisch das Scheitern der Regie vorführen – zu erleben in diesem Sommer gleich mehrfach. So etwa bei der Gegenüberstellung „Ariadne auf Naxos“ und „Lucio Silla“ (siehe die Rezensionen in der FAZ) und ebenso deutlich bei „Carmen“ und „Werther“.In Massenets Oper war eine Besetzung zu erleben, die (in den großen Partien) kaum hätte besser sein können. Obwohl Adèle Charvet als indisponiert angekündigt war, glückte ihr ein intensives Rollenportrait. Vor allem ihre große Arie im dritten Akt „Va! Laisse couler mes larmes“ war von einem eindringlich gestaltenden, flexiblen Mezzo außerordentlich schön gesungen. Zudem harmonierte diese Stimme sehr gut mit dem hellen, wendigen Sopran von Sandra Hamaoui in der Partie der Sophie. Aber natürlich: Der
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